Wer sich im tiefsten Winter in einer „Nacht- und Nebelaktion“ dazu entschließt, einen heruntergekommenen Bauernhof zu neuem Leben zu erwecken, der muss bereit sein, ordentlich die Ärmel hochzukrempeln.

So wie Andrea Keil und ihre Mitstreiterinnen vom Eschenhof – Gemein- sam Gärtnern e.V. in Groß Rünz. „Am Anfang war der gesamte Hof zugewuchert, das Bewässerungssystem funktionierte nicht, wir hatten keinen Traktor oder an- dere Dinge, mit denen wir ernsthaft hätten Landwirtschaft betreiben können“, erinnert sich Andrea Keil. Das war Anfang 2014. Heute steht der Eschenhof als Lerngarten wieder in voller Blüte.

Über 50 Mitglieder und ihre Familien haben sich inzwischen angeschlossen. Ne- ben dem wöchentlichen gemeinsamen Gärtnern steht auch Kochen, Einmachen und Konservieren von Lebensmitteln auf dem Programm. Nach dem Prinzip „Learning by doing“ sind so aus Gärtner-Laien Experten geworden, die sich schon mal Experimente zutrauen: Die Kreuzung verschiedener Karottensorten, einen Permakulturgarten auf ehemals unfruchtbarem Boden oder Schafwolle als Beet-Abdeckung. Auch das Angebot wächst mit der Zeit: Von Kreativ-Work- shops über Kräuterkunde bis zur Saatgutwerkstatt bietet der Eschenhof auch für die Nachbarschaft Möglichkeiten zum Reinschnuppern.

Weitere Pläne für die Zukunft? „Wir lassen uns überraschen“, sagt Andrea Keil.
„Vom miesen Wetter jedenfalls lassen wir uns nicht aufhalten …“

Mehr Infos im Projektkatalog.

http://www.kombuese.org
Contributor
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LAND. Ausgabe 3

Dieser Artikel ist in Ausgabe 3 des LAND. Magazins erschienen “Reisen in die Zukunft”. Das Magazin kann hier für 12 € im Jahr abonniert werden.

Die Peene – kein normaler Fluss

Mit rund hundert Kilometern ist die Peene der längste Fluss in Mecklenburg-Vorpommern. Er entspringt südlich von Gnoien und mündet östlich von Anklam in den Peene-strom. Durch das geringe Gefälle von nur 24 Zentimetern hat die Peene eine äußerst langsame Fließgeschwindigkeit – und kann sogar bei Hochwasser in Ostsee oder Oder und entsprechenden Winden „rückwärts“ fließen. Ein Großteil der Ufer sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen, die Peene gehört zu den letzten naturbelassenen Flüssen Europas und trägt deshalb wohl auch den Titel „Amazonas des Nordens“. Wer Glück hat, kann Seeadler, Silberreiher und Eisvögel entdecken, aber auch Biber und Otter. 2010 erhielt die Flusslandschaft den EDEN Award für nachhaltigen Wassertourismus, eine Auszeichnung für exzellente Reiseziele in Europa.

Der Moorbauer

Wer mit dem Boot über den Peenekanal kommt, findet das Lokal kurz vor der Einfahrt in den Kummerower See auf der rechten Seite und kann am Steg festmachen. Gäste mit dem Auto fahren über die L20 (zwischen Malchin und Neukalen) und biegen zwischen Jettchenshof und Gorschendorf beim Hinweisschild „Moorbauer“ über eine Schotterpiste Richtung Peene ab. Dort gibt es am Ende des Weges einen Parkplatz. Mit einem der Plastik-Schwäne geht es dann in wenigen Minuten hinüber zum „Moorbauern“. Das Lokal ist nur im Sommer geöffnet, etwa zwischen Juni und August, immer donnerstags bis sonntags von 12-20 Uhr. Eine Reservierung ist dringend zu empfehlen. 

Weitere Informationen finden Sie unter: moorbauer.com

Anreise

Wer ab Malchin über die Peene fahren möchte, kann mit Auto oder Zug anreisen. Vom Bahnhof Malchin sind es nur etwa zehn Minuten zu Fuß in die Straße „Am Kanal“, wo die Bootsverleihstationen zu finden sind. Von hier aus geht es über den Peenekanal Richtung Kummerower See.

Bootsverleiher

Reisende können sich Kanus oder Kajaks, Motor- oder Hausboote mieten, um über die Peene zu fahren. Ein Führerschein ist nicht immer vonnöten. Eine Woche in einem 2er Kajak kostet zum Beispiel rund 130 Euro, ein Hausboot für dieselbe Zeit 950 Euro. Wichtig: Fragen Sie vorab, ob ihr Wassergefährt auch wieder am Zielort abgeholt wird und wann das Befahren des Kummerower Sees möglich ist, denn manchmal führt er für bestimmte Boote zu wenig Wasser. Wer ohne Haus reist, kann entlang der Peene auf Wasserwanderrastplätzen zelten, die in regelmäßigen Abständen am Ufer zu finden sind. Abhängig von der Höhe des Bootes sollten Sie außerdem zuvor checken, wann die beweglichen Brücken in Demmin, Loitz und Anklam die Durchfahrt gestatten. Für eine Fahrt vom Kummerower See bis Anklam sollten Sie etwa eine Woche einrechnen.

Verleiher in Malchin

Kanu-Club: malchiner-kanu-club.de

Wasserfreizeit Bremer: wasserfreizeit.com

Wer mit dem Solarboot („UrSolar“) und in Begleitung von Frank Götz-Schlingmann reisen möchte, kann sich bei ihm melden unter: peenebiber@gmail.com

Kontaktinfos

Wer sich mit den AktivistInnen austauschen und besuchen möchte, sollte vorher mit ihnen Kontakt aufnehmen.

Uta Berghöfer (Malchin, Moorbauer): baeuerin@moorbauer.com

Sarah Dittrich und Hannah Kuke (Demmin, Treptower Straße 30, T30 e.V. Demmin): info@t30-demmin.de

Wibke Seifarth (Gatschow 22, Beggerow): post@landkombinat.org

Frank Götz-Schlingmann (Zukunftsstadt Loitz):
f.goetz-schlingmann@loitz.de

Klara Fries (Anklam, Demokratiebahnhof, Bahnhofstraße 1):
demokratiebhf@posteo.de