Ich finde Lernen für die große Transformation super. Ich liebe große Transformationen. Ich finde es gut, mal zu sagen, was die Aufgabe ist

Jörn Mothes

Am 27. Oktober 2020 hatte der Neuland gewinnen e. V. zum dritten Mal zum Gespräch anlässlich des 3. Oktobers als Jahrestag des Beitritts der ostdeutschen Länder zur BRD eingeladen. Diese Gespräche über Erfahrungen und Erleben des Umbruchs in Ostdeutschland und die Gestaltung gesellschaftlichen Wandels werden in einem Format durchgeführt, bei dem zwei Menschen Zeit haben miteinander zu reden. Es ist keine Talkshow und kein Podiumsgespräch, sondern Menschen mit verschiedenen Lebenserfahrungen in Ost und West in Zivilgesellschaft, Politik, Wissenschaft tauschen Gedanken und Meinungen aus. Diesmal ging es um das Zukunftspotential, das in der Nachwendegeschichte liegt.
Mit dabei waren:

  • Prof. Dr. Claudia Dalbert, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt und Anja Hradetzky, Neulandgewinnerin und Milchbäuerin
  • Jörn Mothes, Referatsleiter Grundsatzfragen der Zukunft in Mecklenburg-Vorpommern und Dr. Uta Berghöfer, Neulandgewinnerin und Landschaftsökologin
  • Josef Ahlke, Vorstandsvorsitzender des Vereins Zukunftsfähiges Thüringen e.V. und Projektleiter von RENN.mitte in Thüringen und Heike Brückner, Neulandgewinnerin und Landschaftsarchitektin

In den Gesprächen geht es um die großen Kompetenzen der jungen Generation, die mit Bildung für nachhaltige Entwicklung aufgewachsen ist, um die Notwendigkeit einer neuen Fehlerkultur in Verwaltungen und die Freude am „genug“. Die Gesprächspartner*innen lobten das „Selbst-Tun“, die Möglichkeiten interkulturelle Erfahrungen zu machen, die Förderung von Junglandwirten in Sachsen-Anhalt und die Kraft der zivilgesellschaftlichen Projekte der Zukunftsgestaltung. Die Rede war von der Bringeschuld der Politik hinsichtlich der steigenden Preise für landwirtschaftliche Flächen, von der Notwendigkeit konzeptionell vorbereitet zu sein, um die Transformation im Moment gesellschaftlicher Bewegung stärken zu können und von dem Traum von einem guten Leben, der viele Menschen mitreißt. Gefordert wurde die Veränderung des Wirtschaftssystems, weil es eine nachhaltige Entwicklung verhindert und die Aufnahme der nachhaltigen Entwicklung in die Pflichtaufgaben der Kommunen, damit sie nicht mehr Opfer der Haushaltsdebatte wird.

Lanschaftsökologie und Umweltschutz
Landwirtschaft und Gerechtigkeit

LAND. Ausgabe 3

Dieser Artikel ist in Ausgabe 3 des LAND. Magazins erschienen “Reisen in die Zukunft”. Das Magazin kann hier für 12 € im Jahr abonniert werden.

Die Peene – kein normaler Fluss

Mit rund hundert Kilometern ist die Peene der längste Fluss in Mecklenburg-Vorpommern. Er entspringt südlich von Gnoien und mündet östlich von Anklam in den Peene-strom. Durch das geringe Gefälle von nur 24 Zentimetern hat die Peene eine äußerst langsame Fließgeschwindigkeit – und kann sogar bei Hochwasser in Ostsee oder Oder und entsprechenden Winden „rückwärts“ fließen. Ein Großteil der Ufer sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen, die Peene gehört zu den letzten naturbelassenen Flüssen Europas und trägt deshalb wohl auch den Titel „Amazonas des Nordens“. Wer Glück hat, kann Seeadler, Silberreiher und Eisvögel entdecken, aber auch Biber und Otter. 2010 erhielt die Flusslandschaft den EDEN Award für nachhaltigen Wassertourismus, eine Auszeichnung für exzellente Reiseziele in Europa.

Der Moorbauer

Wer mit dem Boot über den Peenekanal kommt, findet das Lokal kurz vor der Einfahrt in den Kummerower See auf der rechten Seite und kann am Steg festmachen. Gäste mit dem Auto fahren über die L20 (zwischen Malchin und Neukalen) und biegen zwischen Jettchenshof und Gorschendorf beim Hinweisschild „Moorbauer“ über eine Schotterpiste Richtung Peene ab. Dort gibt es am Ende des Weges einen Parkplatz. Mit einem der Plastik-Schwäne geht es dann in wenigen Minuten hinüber zum „Moorbauern“. Das Lokal ist nur im Sommer geöffnet, etwa zwischen Juni und August, immer donnerstags bis sonntags von 12-20 Uhr. Eine Reservierung ist dringend zu empfehlen. 

Weitere Informationen finden Sie unter: moorbauer.com

Anreise

Wer ab Malchin über die Peene fahren möchte, kann mit Auto oder Zug anreisen. Vom Bahnhof Malchin sind es nur etwa zehn Minuten zu Fuß in die Straße „Am Kanal“, wo die Bootsverleihstationen zu finden sind. Von hier aus geht es über den Peenekanal Richtung Kummerower See.

Bootsverleiher

Reisende können sich Kanus oder Kajaks, Motor- oder Hausboote mieten, um über die Peene zu fahren. Ein Führerschein ist nicht immer vonnöten. Eine Woche in einem 2er Kajak kostet zum Beispiel rund 130 Euro, ein Hausboot für dieselbe Zeit 950 Euro. Wichtig: Fragen Sie vorab, ob ihr Wassergefährt auch wieder am Zielort abgeholt wird und wann das Befahren des Kummerower Sees möglich ist, denn manchmal führt er für bestimmte Boote zu wenig Wasser. Wer ohne Haus reist, kann entlang der Peene auf Wasserwanderrastplätzen zelten, die in regelmäßigen Abständen am Ufer zu finden sind. Abhängig von der Höhe des Bootes sollten Sie außerdem zuvor checken, wann die beweglichen Brücken in Demmin, Loitz und Anklam die Durchfahrt gestatten. Für eine Fahrt vom Kummerower See bis Anklam sollten Sie etwa eine Woche einrechnen.

Verleiher in Malchin

Kanu-Club: malchiner-kanu-club.de

Wasserfreizeit Bremer: wasserfreizeit.com

Wer mit dem Solarboot („UrSolar“) und in Begleitung von Frank Götz-Schlingmann reisen möchte, kann sich bei ihm melden unter: peenebiber@gmail.com

Kontaktinfos

Wer sich mit den AktivistInnen austauschen und besuchen möchte, sollte vorher mit ihnen Kontakt aufnehmen.

Uta Berghöfer (Malchin, Moorbauer): baeuerin@moorbauer.com

Sarah Dittrich und Hannah Kuke (Demmin, Treptower Straße 30, T30 e.V. Demmin): info@t30-demmin.de

Wibke Seifarth (Gatschow 22, Beggerow): post@landkombinat.org

Frank Götz-Schlingmann (Zukunftsstadt Loitz):
f.goetz-schlingmann@loitz.de

Klara Fries (Anklam, Demokratiebahnhof, Bahnhofstraße 1):
demokratiebhf@posteo.de