Steckbrief

Name: Hannelore und Klaus Peter Husert
Alter: 72 und 75 Jahre
Wohnort heute: Witzin
Wohnort früher: Witzin
Tätigkeit: Veterinäringenieurin und Ingenieur für Landtechnik in Rente

Dass ich auf dem Hof meiner Eltern alt werden will, stand immer fest. Seit über 500 Jahren hat meine Familie in Witzin den Hof bewirtschaftet, Generationen von Kindern großgezogen, auch ich bin hier mit einer Hausgeburt zur Welt gekommen. Es waren keine reichen Menschen, aber anständige, die ein ordentliches Leben geführt haben. Dieses Erbe wollen mein Mann und ich weiterführen, für unsere Kinder,

Enkel und Urenkel erhalten. Vor kurzem habe ich meinen Jugendweihe- spruch wiedergefunden: „Was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen.“ Das passt.

Auch mein Mann kommt von hier. Wir hatten schon den gleichen Schulweg. Erst sind wir ins 20 Kilometer entfernte Steinhagen gezogen, aber wollten irgendwann unser Leben auf dem Hof gestalten.

Dass wir schon mit der Wende diesen Schritt gegangen sind, war nicht geplant. Beruflich musste sich mein Mann nach der Wiedervereinigung umorientieren und konnte auf unserem Grundstück eine Firma für Hallenbau gründen. Heute führt sie einer unserer Söhne weiter.

Wenn wir in unserem Wintergarten sitzen, schauen wir auf eine zwei Hektar große Koppel mit 500 Jahre alten Eichen und Obstbäumen. Äpfel, Birnen, Kirschen – alles seltene Sorten. An unser Grundstück grenzen zwei Seen, dort können wir baden und angeln. Was will man mehr? Wir haben wirklich keinen Grund zu schimpfen. Uns geht es gut, es ist ein schönes Leben. Wir genießen die Ruhe und brauchen nichts darüber hinaus. Sicherlich hat sich in Witzin einiges geändert. Auch, wenn immer mehr junge Familien zurückkommen und wieder einiges in Bewegung kommt, Ärzte und Bäcker sind nur noch in den umliegenden Ortschaften mit dem Auto zu erreichen. Gut, dass wir noch mobil sind. Aber auch wenn nicht, wird sich immer eine Lösung finden. Da machen wir uns keine Sorgen.

https://www.kombuese.org
Contributor
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LAND. Ausgabe 3

Dieser Artikel ist in Ausgabe 3 des LAND. Magazins erschienen “Reisen in die Zukunft”. Das Magazin kann hier für 12 € im Jahr abonniert werden.

Die Peene – kein normaler Fluss

Mit rund hundert Kilometern ist die Peene der längste Fluss in Mecklenburg-Vorpommern. Er entspringt südlich von Gnoien und mündet östlich von Anklam in den Peene-strom. Durch das geringe Gefälle von nur 24 Zentimetern hat die Peene eine äußerst langsame Fließgeschwindigkeit – und kann sogar bei Hochwasser in Ostsee oder Oder und entsprechenden Winden „rückwärts“ fließen. Ein Großteil der Ufer sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen, die Peene gehört zu den letzten naturbelassenen Flüssen Europas und trägt deshalb wohl auch den Titel „Amazonas des Nordens“. Wer Glück hat, kann Seeadler, Silberreiher und Eisvögel entdecken, aber auch Biber und Otter. 2010 erhielt die Flusslandschaft den EDEN Award für nachhaltigen Wassertourismus, eine Auszeichnung für exzellente Reiseziele in Europa.

Der Moorbauer

Wer mit dem Boot über den Peenekanal kommt, findet das Lokal kurz vor der Einfahrt in den Kummerower See auf der rechten Seite und kann am Steg festmachen. Gäste mit dem Auto fahren über die L20 (zwischen Malchin und Neukalen) und biegen zwischen Jettchenshof und Gorschendorf beim Hinweisschild „Moorbauer“ über eine Schotterpiste Richtung Peene ab. Dort gibt es am Ende des Weges einen Parkplatz. Mit einem der Plastik-Schwäne geht es dann in wenigen Minuten hinüber zum „Moorbauern“. Das Lokal ist nur im Sommer geöffnet, etwa zwischen Juni und August, immer donnerstags bis sonntags von 12-20 Uhr. Eine Reservierung ist dringend zu empfehlen. 

Weitere Informationen finden Sie unter: moorbauer.com

Anreise

Wer ab Malchin über die Peene fahren möchte, kann mit Auto oder Zug anreisen. Vom Bahnhof Malchin sind es nur etwa zehn Minuten zu Fuß in die Straße „Am Kanal“, wo die Bootsverleihstationen zu finden sind. Von hier aus geht es über den Peenekanal Richtung Kummerower See.

Bootsverleiher

Reisende können sich Kanus oder Kajaks, Motor- oder Hausboote mieten, um über die Peene zu fahren. Ein Führerschein ist nicht immer vonnöten. Eine Woche in einem 2er Kajak kostet zum Beispiel rund 130 Euro, ein Hausboot für dieselbe Zeit 950 Euro. Wichtig: Fragen Sie vorab, ob ihr Wassergefährt auch wieder am Zielort abgeholt wird und wann das Befahren des Kummerower Sees möglich ist, denn manchmal führt er für bestimmte Boote zu wenig Wasser. Wer ohne Haus reist, kann entlang der Peene auf Wasserwanderrastplätzen zelten, die in regelmäßigen Abständen am Ufer zu finden sind. Abhängig von der Höhe des Bootes sollten Sie außerdem zuvor checken, wann die beweglichen Brücken in Demmin, Loitz und Anklam die Durchfahrt gestatten. Für eine Fahrt vom Kummerower See bis Anklam sollten Sie etwa eine Woche einrechnen.

Verleiher in Malchin

Kanu-Club: malchiner-kanu-club.de

Wasserfreizeit Bremer: wasserfreizeit.com

Wer mit dem Solarboot („UrSolar“) und in Begleitung von Frank Götz-Schlingmann reisen möchte, kann sich bei ihm melden unter: peenebiber@gmail.com

Kontaktinfos

Wer sich mit den AktivistInnen austauschen und besuchen möchte, sollte vorher mit ihnen Kontakt aufnehmen.

Uta Berghöfer (Malchin, Moorbauer): baeuerin@moorbauer.com

Sarah Dittrich und Hannah Kuke (Demmin, Treptower Straße 30, T30 e.V. Demmin): info@t30-demmin.de

Wibke Seifarth (Gatschow 22, Beggerow): post@landkombinat.org

Frank Götz-Schlingmann (Zukunftsstadt Loitz):
f.goetz-schlingmann@loitz.de

Klara Fries (Anklam, Demokratiebahnhof, Bahnhofstraße 1):
demokratiebhf@posteo.de